Nachdem mein Bus im letzten Jahr endlich nach 4 Jahren vollrestauriert aus der Werkstatt kam war meine Ungeduld so groß und meine Bereitschaft weiter an ihm zu arbeiten so gering, daß ich von April bis Oktober nur noch fahren wollte. Als letzte Baustelle wartete auf mich aber immer noch die Innenverkleidung. Die hält sich zum Glück in Grenzen und eigentlich ist es eine schöne und vom Aufwand überschaubare Arbeit, nur wenn die Lust fehlt ist die kleinste Arbeit unangenehm.
Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet habe ich sofort nach dem Winterschlaf die Aktion "Unser Bulli soll schöner werden" begonnen.
Am Anfang steht das Vermessen, da ich für die Fahrer- und Beifahrertür schon fertige Verkleidungen gekauft und angebracht hatte, blieben also nur noch die Laderaumtüren, die ihnen gegenüberliegenden Seite, das kleine Stück zwischen Türen und Kofferraum sowie die Heckklappe. Mit folgenden Grobmaßen machte ich mich auf die Suche nach passendem Material:
Laderaumtüren:
  Links 57*78 cm
  Rechts 57*78 cm
Seitenteil links 180 * 80cm
Seitenteil rechts 58*78cm
Heckklappe 125 * 30cm
Als Basismaterial entschied ich mich für MDF 3mm. Dieses Material ist ein Mittelweg zwischen Flexibilität und Festigkeit. Im Baumarkt meiner Wahl zahlte ich 5,99 für einen qm, das sind weniger als 20 Euro für das Holz. Bei einem ortsansässigen Spezialisten für Cabrioverdecke und Autositze beschaffte ich mir eine entsprechende Menge Kunstleder, einen dünnen Schaumstoff sowie den nötigen Kleber. Dieser Posten schlug mit 95 Euro zu Buche.
Die Holzverkleidungen wurden grob vorgeschnitten und dann direkt am Fahrzeug angepasst. Wichtig sind die Befestigungspunkte, die Platten müssen bevor man sie bezieht am Fahrzeug verschraubt werden um nicht später durch das Kunstleder bohren zu müssen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind Änderungen leicht möglich und später nicht sichtbar. Insbesondere an den Laderaumtüren gibt es Punkte an denen man keine Schrauben befestigen kann (direkt über dem Riegel z.B), eine solche Fehlbohrung ist im Kunstleder nicht sehr schön dafür aber ein lange währendes Ärgernis!
Die Ecken der Holztafeln wurden mit Hilfe eines Cent-Stückes und einer Feile schön gerundet (Tip vom Fachmann), das sieht später einfach schöner aus und man zerstört den Bezugsstoff nicht! Nachem alle Platten ordentlich angepasst und verschraubt waren gings ans beziehen.
Hier zeigt sich schnell die fehlende Erfahrung im Umgang mit dem Höllenkleber, das Zeug stinkt nicht nur bestialisch, es ist außerdem krebserregend schädigt die werdende Mutter und ihr Kind und wenn zwei Stücke Kontakt bekommen ist Schluß mit lustig, es hält fest und fest und fest. Korrekturen sind damit ab einem gewissen Punkt einfach unmöglich. Das ist insbesondere an den Eckpunkten sehr unangenehm, diese brauchen eine besondere Zuwendung und Technik, als Amateur ist vor allem letztere nicht vorhanden. Nach den beiden Laderaumtüren entschied ich mich daher für eine Änderung der Arbeitsweise. Lediglich der Schaum wurde aufs Holz geklebt, das Kuntleder nur punktuell auf den Schaum und dann das Kunstleder um die Kante gezogen und mit einem Tacker fixiert. Dadurch gewinnt man Zeit bei der Gestaltung der Ecken, diese sind nämlich etwas komplizierter und im Idealfall befragt man vorher jemanden der sich damit auskennt (Mütter mit Näherfahrung sind bestens geeignet). Das Ergebnis überzeugt und der Klebergestank im Auto reduziert sich drastisch.
Wichtig aus meiner Sicht ist das man das Kunstleder zumindest punktuell auf den Schaum klebt, dadurch wirkt die Oberfläche später besser und hängt nicht "lappich" herum. Wenn, wie bei dem großen Seitenteil, die Befestigung mit vielen Schrauben erfolgt erzielt man den gleichen Effekt aber ohne Kleber.